Anhaltende Trockenheit sorgt für erhebliche Ernteausfälle in Oberösterreich
Die anhaltende Hitze und Trockenheit belastet die Landwirtschaft in Oberösterreich. Bei Ackerbaubetrieben werden regelmäßig Bodenproben genommen, um die Auswirkungen der Wetterlage auf die Ernte zu erfassen.
Josef Eder, Biobauer aus Sarleinsbach im Bezirk Rohrbach, beschreibt den Zustand seiner Felder: Der Oberboden sei völlig ausgetrocknet, Lebewesen wie Würmer würden sich bereits tiefer ins Erdinnere zurückziehen.
Deutliche Ertragseinbußen bei mehreren Kulturen
Im Mühlviertel wird bei der Dinkelernte ein Minderertrag von mehr als 100 Tonnen verzeichnet. Bei Mais, Soja und Zuckerrüben droht in Oberösterreich ein Ausfall von mehr als 60 Prozent. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich spricht in einzelnen Regionen von Totalausfällen.
Oberösterreich verzeichnet heuer das trockenste erste Halbjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Österreichweit war es das zweittrockenste erste Halbjahr im selben Zeitraum.
Auswirkungen auf Betriebe und Planung
Trotz der schwierigen Bedingungen müssen Lieferverträge mit Kundinnen und Kunden eingehalten werden. Juliane Eder, die in der Bio-Hofbäckerei in Sarleinsbach arbeitet, erklärt, dass bereits im Herbst eine genaue Planung der benötigten Getreidemengen erfolgt.
Zu den Ernteausfällen kommen laut Angaben der Landwirtschaftskammer auch Kostensteigerungen bei Betriebsmitteln, Dünger und Saatgut hinzu. Thomas Wallner, Bodenberater der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, bezeichnet die Lage im Bereich Niederschlag und Produktpreise als dramatisch. Nach seinen Angaben denkt fast jeder vierte Ackerbauer in Oberösterreich bereits ans Aufhören.
Forderung nach zusätzlicher Unterstützung
Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, sieht die bestehenden Sicherheitsnetze als nicht mehr ausreichend an, wenn Dürre und stark steigende Betriebsmittelkosten gleichzeitig auftreten. Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich fordert daher nationale Hilfen, etwa in Form von Entlastungen bei der Sozialversicherung oder durch Direktzahlungen an betroffene Betriebe.








