Verkehr in Tirol steigt weiter – Lkw-Transit über den Brenner nimmt deutlich zu

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Der Verkehr in Tirol hat im vergangenen Jahr weiter zugenommen. Das geht aus dem aktuellen Verkehrsbericht des Landes Tirol hervor, der die Entwicklung auf Landesstraßen und Autobahnen erfasst. Für ganz Tirol weist die Auswertung eine Verkehrszunahme von 1,5 Prozent aus. Seit den Corona-Jahren steigt der Verkehr in Tirol demnach kontinuierlich an.

Zuwachs auf Landesstraßen und Autobahnen

Der Verkehrsbericht stützt sich auf Messstellen sowohl auf den Landesstraßen als auch auf der Inntal- und der Brennerautobahn. Auf den Landesstraßen legte der Verkehr um 1,6 Prozent zu, auf den Autobahnen um 1,3 Prozent. Besonders deutlich fiel die Entwicklung beim Lkw-Transit auf der Brennerautobahn aus: Dort stieg das Aufkommen im Vorjahr um 2,4 Prozent. An der Mautstelle Schönberg passierten knapp 2,43 Millionen Sattelschlepper und Lkws mit Anhänger die Kontrollstelle. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 waren auf der Brennerautobahn bereits knapp 1,5 Millionen Transit-Lkws unterwegs, ein Plus von 3,6 Prozent.

Auf der Schiene wurden im Jahr 2025 knapp 13,7 Millionen Tonnen im Gütertransport über den Brenner befördert. Das entspricht einer Steigerung von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Jahr 2024 verbesserte sich der Anteil der Bahn am gesamten Güterverkehr über den Brenner auf 27 Prozent. Im Jahr 2023 waren es noch 25 Prozent gewesen, während 2024 laut Bericht 75 Prozent des Gütervolumens mit Lkws transportiert wurden.

Verkehrslandesrat Renè Zumtobel (SPÖ) kommentierte die Zahlen mit den Worten: „Tirol war und ist für den europäischen Verkehr ein Nadelöhr.“ Zumtobel kündigte zudem an, dass die Kontrollen im Straßennetz verdichtet werden sollen.

Deutliche Verschiebungen am Arlberg

Auffällige Veränderungen zeigt der Bericht auch für die Region Arlberg. Der Arlbergtunnel war in den Jahren 2023 und 2024 monatelang gesperrt. An der Tunnelmautstelle Arlberg wurden im Vorjahr 8.720 Fahrzeuge pro Tag gezählt, ein Anstieg von 132 Prozent. Gleichzeitig ging der Verkehr auf der Parallelstrecke über den Arlbergpass deutlich zurück: Dort waren im Vorjahr im Tagesschnitt 2.530 Fahrzeuge unterwegs, ein Rückgang von gut 62 Prozent. Auf der Fernpassstrecke war 2025 hingegen minimal weniger Verkehr zu verzeichnen als im Jahr zuvor. Am Brenner lag der Fahrzeugzuwachs auf der B182 im Schnitt bei gut fünf Prozent.

Der Brenner als europäische Transitachse

Der Brenner gilt seit Jahrzehnten als eine der zentralen Nord-Süd-Verbindungen im europäischen Straßen- und Schienengüterverkehr. Über diesen Alpenübergang wird ein erheblicher Teil des Warenaustauschs zwischen Deutschland, Österreich und Italien abgewickelt. Die Kombination aus enger Tallage, dichter Besiedlung und hohem Durchgangsverkehr macht die Region grundsätzlich anfällig für Kapazitätsengpässe, insbesondere wenn Güterverkehr auf der Straße stärker wächst als auf der Schiene.

Der Anteil der Bahn am Gütertransport gilt allgemein als wichtiger Indikator für die Verkehrsverlagerung, die von Politik und Verkehrsplanung seit Langem angestrebt wird. Ziel solcher Bemühungen ist es üblicherweise, den Straßenverkehr zu entlasten und Emissionen im alpinen Raum zu reduzieren. Schwankungen im Bahnanteil hängen dabei typischerweise von mehreren Faktoren ab, etwa von der verfügbaren Schieneninfrastruktur, der Kapazität von Terminals sowie der wirtschaftlichen Nachfrage nach grenzüberschreitendem Warentransport.

Auswirkungen von Streckensperrungen

Bauliche Sperrungen wichtiger Verbindungen wie des Arlbergtunnels führen in der Regel dazu, dass sich Verkehrsströme auf umliegende Strecken verlagern. Nach einer Wiedereröffnung eines Tunnels ist üblicherweise eine Rückverlagerung des Verkehrs von Ausweichrouten auf die ursprüngliche Hauptstrecke zu beobachten, da diese meist kürzere Fahrzeiten und eine höhere Verkehrssicherheit bietet. Solche Verschiebungen zwischen Haupt- und Ausweichstrecken sind ein bekanntes Muster bei größeren Infrastrukturprojekten im alpinen Straßennetz.