Vorarlberg wird bis Ende 2029 mehr als 200 öffentliche Busse elektrisch betreiben. Das Bundesland treibt die Umstellung seiner Busflotte seit 2020 mit Unterstützung von Bundesfördermitteln voran. Begonnen hatte der Umstieg damals mit vier Elektrobussen. Mit Sommerbeginn 2026 waren bereits 142 E-Busse in allen Landesteilen im Einsatz, die zusammen rund 6,8 Millionen Kilometer zurückgelegt haben.
Ausbau der E-Busflotte bis 2029
Bis 2029 sollen weitere 69 E-Busse hinzukommen. Mit dann insgesamt 211 elektrisch betriebenen Fahrzeugen rechnet man mit einer jährlichen Einsparung von rund 10.500 Tonnen CO2. Die Fahrzeugpalette reicht vom Kleinbus bis zum 18 Meter langen Gelenkbus. Ab Ende 2029 sollen Dieselbusse in Vorarlberg die Ausnahme darstellen.
Finanziert wird der Umstieg unter anderem über das Programm „Emissionsfreie Busse und Infrastruktur“ (EBIN) des Verkehrsministeriums, das aus EU-Geldern gespeist wird. Vorarlberg erhielt daraus eine Anteilsfinanzierung von 38,5 Millionen Euro für Busankauf und Infrastruktur. Ein Elektrobus kostet in der Anschaffung etwa doppelt so viel wie ein vergleichbares Dieselfahrzeug. Über EBIN wurden zunächst 80 Prozent der dadurch entstehenden Mehrkosten gefördert, mittlerweile liegt der Fördersatz bei 60 Prozent.
Organisatorisch ist der Verkehrsverbund Vorarlberg (VVV) zentral eingebunden, der alle im öffentlichen Personennahverkehr tätigen Unternehmen im Land vereint. Die Beschaffung der Busse selbst liegt bei den jeweiligen Verkehrsunternehmen. Für die Ladeinfrastruktur ist der Energielieferant illwerke vkw AG zuständig, der diese Aufgabe über seine Tochtergesellschaft vlotte vkw GmbH abwickelt.
Ladeinfrastruktur aus einer Hand
Die illwerke vkw übernimmt für die Busbetreiber Planung, Errichtung und Betrieb der Ladepunkte sowie die laufende Energielieferung. Das Unternehmen bleibt dabei für die Dauer der jeweiligen Verträge Eigentümer der Ladesäulen, die Abrechnung mit den Busbetreibern erfolgt über eine monatliche Pauschale. Bis 2029 wird der Energiekonzern nach eigenen Angaben rund 15 Millionen Euro in diesen Bereich investiert haben.
Aktuell sind in Vorarlberg 155 Ladepunkte in Betrieb. Allein an den Postbus-Standorten Wolfurt, Bludenz und Feldkirch stehen 87 davon zur Verfügung. Das Ladedepot im Bereich des Güterbahnhofs Wolfurt verfügt über eine Anschlussleistung von fünf Megawatt. An den einzelnen Ladepunkten sind Leistungen von bis zu 240 Kilowatt abrufbar. Der benötigte Ökostrom wird direkt aus dem Netz bezogen und über mehrere Trafos und Leistungseinheiten auf die einzelnen Ladepunkte verteilt.
Technische Anforderungen an Akkus und Ladebetrieb
Für die Nachtladung der in den Bussen verbauten Dachakkus reichen laut den vorliegenden Angaben Leistungen von 30 bis 50 Kilowatt aus. Die Lebensdauer eines E-Bus-Akkus wird mit zehn Jahren angegeben. Im Schnitt kommt ein Elektrobus mit einer vollen Akkuladung zwischen 300 und 340 Kilometer weit. Mit Optimierungsfragen rund um den Betrieb elektrischer Busflotten befasst sich das Projekt „FreeE-Bus“ am Forschungszentrum Energie der FH Vorarlberg.
Rahmenbedingungen der Verkehrswende im ÖPNV
Grundsätzlich stellt die Umstellung von Busflotten auf elektrischen Antrieb Verkehrsunternehmen und Netzbetreiber vor ähnliche Herausforderungen wie in anderen Regionen Europas. Neben den höheren Anschaffungskosten der Fahrzeuge selbst ist in der Regel auch der Aufbau einer leistungsfähigen Ladeinfrastruktur an Betriebshöfen und Endstationen notwendig, da Busse im Liniendienst über den Tag hinweg hohe Kilometerleistungen erbringen müssen. Üblicherweise wird ein Großteil der Ladevorgänge deshalb in betriebsfreien Nachtstunden durchgeführt, wenn die Fahrzeuge ohnehin an ihren Standorten abgestellt sind.
Förderprogramme wie EBIN, die auf EU-Mitteln beruhen, verfolgen in solchen Fällen meist das Ziel, die im Vergleich zu Dieselfahrzeugen höheren Investitionskosten für Kommunen und Verkehr
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







