Der Speicherfüllstand der illwerke vkw liegt derzeit bei 85 Prozent. Damit übertrifft der Vorarlberger Wert deutlich den österreichweiten Durchschnitt von 65 Prozent sowie den EU-Durchschnitt von 63 Prozent. In Deutschland liegt der durchschnittliche Gas-Speicherstand aktuell bei 51 Prozent.
Vorarlberger Speicherstand im Ländervergleich
Die illwerke vkw hatten ihre Speicherkapazität im Jahr 2024 mit 700 Gigawattstunden angegeben. Kunden der Vorarlberger Energienetze verbrauchten zuletzt 1.856 Gigawattstunden Erdgas über das gesamte Jahr. Damit deckt die Vorarlberger Speicherkapazität rund 32 Prozent des Jahresverbrauchs ab.
Zum Vergleich: Die gesamtösterreichischen Speicherkapazitäten umfassen 101.600 Gigawattstunden. Der aktuelle österreichweite Speicherstand würde rechnerisch 82 Prozent des jährlichen Gasbedarfs des Landes decken. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) erklärte am Mittwoch in einer Aussendung, Vorarlberg habe rechtzeitig gehandelt und vorgesorgt.
Zur Einordnung der österreichischen Speichermengen ist relevant, dass das dort gelagerte Gas überwiegend Händlern gehört. Laut e-control kann jedoch ein großer Teil der heimischen Speichermengen österreichischen Speicherkunden zugeordnet werden. Zusätzlich existiert bundesweit eine strategische Gasreserve von 20.000 Gigawattstunden, die für das Inland bestimmt ist.
Vorarlberg wird über das deutsche Marktgebiet versorgt. Die illwerke vkw haben ihre Speichervolumen dabei in ostösterreichischen Speichern eingekauft, die an das deutsche Netz angeschlossen sind. Europaweit sind die Speicherstände im Vergleich zum Vorjahr insgesamt auffällig niedrig.
Bedeutung von Speicherständen vor dem Winter
Erdgasspeicher dienen grundsätzlich dazu, saisonale Schwankungen zwischen Angebot und Nachfrage auszugleichen. In den Sommermonaten wird üblicherweise Gas eingespeichert, während in der Heizperiode auf diese Reserven zurückgegriffen wird. Ein hoher Füllstand vor Beginn des Winters gilt allgemein als ein Indikator für eine stabilere Versorgungslage, da weniger kurzfristige Beschaffung am Markt notwendig ist.
Die tatsächliche Versorgungssicherheit eines Landes oder einer Region hängt jedoch nicht allein vom Füllstand der eigenen Speicher ab. Auch Faktoren wie Netzanbindungen, vertragliche Lieferbeziehungen, die Verteilung des gespeicherten Gases auf verschiedene Marktteilnehmer sowie die Möglichkeit, Gas grenzüberschreitend zu beziehen, spielen eine Rolle. In einem integrierten europäischen Gasmarkt sind nationale und regionale Speicherstände deshalb nur ein Baustein unter mehreren, wenn es um die Beurteilung der Versorgungslage geht.
Die Europäische Union hat in den vergangenen Jahren Mindestfüllstände für Gasspeicher festgelegt, um die Versorgungssicherheit der Mitgliedstaaten vor dem Winter zu erhöhen. Die tatsächlichen Füllstände können dabei je nach Land, Speicherstruktur und Marktbedingungen unterschiedlich ausfallen. Unterschiede zwischen einzelnen Regionen oder Netzbetreibern innerhalb eines Landes sind ebenfalls möglich, etwa abhängig davon, über welches Marktgebiet die Versorgung erfolgt und wo die genutzten Speicherkapazitäten liegen.
Ein Vergleich einzelner regionaler Speicherstände mit nationalen oder europäischen Durchschnittswerten liefert somit einen Anhaltspunkt, erlaubt jedoch für sich genommen keine abschließende Aussage darüber, wie gesichert die Gasversorgung im Einzelfall tatsächlich ist.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







