Wien: 3000 Wohnungen weniger als geplant – Baubranche warnt vor Engpass bis 2026

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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In Wien zeichnet sich für 2026 eine deutliche Lücke bei fertiggestellten Wohnungen ab. Ursprünglich waren in der Bundeshauptstadt 12.600 neue Wohneinheiten geplant. Aktuellen Prognosen zufolge werden davon jedoch nur 9.600 tatsächlich fertiggestellt. Michael Pisecky, Fachgruppenobmann der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Wien, geht sogar davon aus, dass die Zahl der Fertigstellungen bei höchstens 8.000 Wohneinheiten liegen könnte.

Deutliche Abweichung von der ursprünglichen Planung

Pisecky äußerte sich bei einer Presseveranstaltung der Initiative Pro Bauen & Sanieren am Dienstag zu der Entwicklung. Pro Bauen & Sanieren wurde 2013 gegründet und setzt sich aus der Fachgruppe Wien der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, dem Forschungsverband der österreichischen Baustoffindustrie (FBI) und dem Verband der Baustoffhändler Österreichs (VBÖ) zusammen.

Die für 2026 erwartete Fertigstellungszahl von 9.600 Wohneinheiten liegt bereits deutlich unter der ursprünglichen Planung von 12.600 Einheiten. Piseckys eigene Einschätzung von höchstens 8.000 fertiggestellten Wohnungen würde die Differenz zur ursprünglichen Planung noch einmal vergrößern.

Vierjähriger Rückgang der Bauwirtschaft

Die aktuelle Entwicklung in Wien steht im Zusammenhang mit einem längerfristigen Rückgang der österreichischen Bauwirtschaft. Von 2022 bis 2025 schrumpfte der Bausektor vier Jahre in Folge. Allein im Jahr 2024 betrug der Rückgang 5,9 Prozent. Das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO hatte seine Erwartung für das Jahr 2026 im Juni nach unten revidiert: Statt eines zuvor prognostizierten Wachstums von 0,1 Prozent rechnet das WIFO nun mit einem Minus von 0,2 Prozent. Für das Jahr 2027 sagt das WIFO hingegen ein Wachstum der Bauinvestitionen von 1,0 Prozent voraus.

Bedeutung der Sanierung und Struktur der Branche

Georg Bursik, FBI-Vorstandsvorsitzender und Österreich-Chef von Baumit, verwies bei der Veranstaltung auf die wirtschaftliche Bedeutung der Gebäudesanierung. Diese generiert nach vorliegenden Angaben jährlich eine Bruttowertschöpfung von 5,5 Milliarden Euro. Zur Struktur der Bauwirtschaft wurde zudem angeführt, dass rund ein Viertel der Beschäftigten in Unternehmen mit weniger als zehn Personen arbeitet.

Eine im Auftrag von Pro Bauen & Sanieren erstellte Studie des Instituts iföw kommt zu dem Ergebnis, dass eine Rückkehr auf das Baufertigstellungsniveau der Jahre 2021/22 zusätzliche jährliche Investitionen von 7,8 Milliarden Euro erfordern würde. Mit dieser Summe könnte laut der Studie eine zusätzliche Bruttowertschöpfung von 4,6 Milliarden Euro in Österreich entstehen.

Wohnbauförderung und Marktmechanismen im Überblick

Grundsätzlich hängt die Zahl fertiggestellter Wohnungen in Österreich von mehreren Faktoren ab, die zeitlich versetzt wirken. Zwischen der Planung eines Wohnbauprojekts und dessen tatsächlicher Fertigstellung liegen üblicherweise mehrere Jahre, in denen sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie Zinsniveau, Baukosten oder Förderbedingungen verändern können. Verzögerungen oder Absagen einzelner Projekte innerhalb dieses Zeitraums führen dazu, dass ursprüngliche Planzahlen und tatsächliche Fertigstellungen auseinanderfallen können.

In Österreich wird der Wohnbau traditionell durch ein Zusammenspiel von privater Bautätigkeit, gemeinnützigem Wohnbau und öffentlicher Förderung geprägt. Die Länder verfügen über eigene Wohnbauförderungssysteme, die Einfluss auf die Zahl neu errichteter Wohnungen nehmen können. Auch die allgemeine Baukonjunktur, die stark von Zinsentwicklung und Materialkosten abhängt, wirkt sich unmittelbar auf die Investitionsbereitschaft von Bauträgern aus.

Die Bauwirtschaft gilt zudem als konjunktursensibler Wirtschaftszweig mit ausgeprägten Zyklen. Rückgänge bei Neubauprojekten wirken sich in der Regel nicht nur auf Bauunternehmen selbst aus, sondern auch auf vor- und nachgelagerte Branchen wie die Baustoffindustrie und den Baustoffhandel. Da ein erheblicher Teil der Beschäftigten in kleinen Betrieben t