Wiener Landwirtschaft im Umbruch: Ein Drittel weniger Betriebe, aber fast 60 Prozent mehr Umsatz

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Zum Erntedankfestival auf dem Wiener Heldenplatz an diesem Wochenende zeigt sich die Landwirtschaft der Bundeshauptstadt in einem tiefgreifenden Wandel. Zwischen 2010 und 2020 ist die Zahl der Gartenbaubetriebe in Wien von 263 auf 178 gesunken, ein Rückgang von fast einem Drittel. Im selben Zeitraum schrumpfte die bewirtschaftete Fläche im Gartenbau um fast 40 Prozent. Gleichzeitig ist der Wert der landwirtschaftlichen Erzeugung in Wien laut Wiener Landwirtschaftskammer von 74,8 Millionen Euro im Jahr 2015 auf 118,3 Millionen Euro im Jahr 2024 gestiegen.

Weniger Betriebe, mehr Ertrag pro Fläche

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt eine deutliche Verschiebung innerhalb der Wiener Landwirtschaft. Während die Zahl der Gartenbaubetriebe und die genutzte Fläche zurückgingen, legte die Produktion in einzelnen Bereichen kräftig zu. Die Menge an Glashausparadeisern stieg zwischen 2015 und 2025 von 12.600 auf mehr als 19.000 Tonnen. Bei Paprika aus geschütztem Anbau verdoppelte sich die Produktion im selben Zeitraum mehr als. Im Gegensatz dazu ging die Karottenproduktion um mehr als 70 Prozent zurück.

Die Wiener Landwirtschaftskammer nennt den hohen Flächendruck als zentrale Herausforderung für die Betriebe in der Stadt. Hinzu kommen laut Kammer Arbeitskräftemangel und steigende bürokratische Anforderungen. Das Jahr 2026 war für die Wiener Landwirtschaft zusätzlich durch Dürre besonders schwierig.

Als Reaktion auf den Druck auf verfügbare Flächen und die genannten Herausforderungen entstehen in Wien neue Produktionszweige. Dazu zählen Pilzzucht, Aquaponik sowie Feigen- und Schneckenzucht. Viele Betriebe erschließen zudem zusätzliche Einkommensstandbeine abseits der klassischen Produktion, etwa durch Direktvermarktung ab Hof, das Angebot „Schule am Bauernhof“ oder soziale Dienstleistungen im Bereich Green Care. Im Gemüsebau bleiben geschützte Kulturen wie Paradeiser, Gurken und Paprika weiterhin von großer Bedeutung.

Flächenknappheit als Dauerthema der Stadtlandwirtschaft

Landwirtschaft in einer wachsenden Großstadt wie Wien steht grundsätzlich in Konkurrenz zu anderen Nutzungsformen. Wohnbau, Infrastrukturprojekte und Gewerbeflächen beanspruchen häufig jene Flächen am Stadtrand, die traditionell landwirtschaftlich genutzt wurden. Dieser Flächendruck führt in vielen Städten dazu, dass landwirtschaftliche Betriebe entweder aufgeben, ihre Flächen verkleinern oder auf intensivere Produktionsformen umsteigen, die auf kleinerer Fläche höhere Erträge ermöglichen. Der Umstieg auf geschützten Anbau in Glas- und Folienhäusern ist dabei ein verbreiteter Weg, um trotz begrenzter Flächen wirtschaftlich zu bestehen, da er unabhängiger von Witterungseinflüssen ist und häufig höhere Erträge pro Quadratmeter erlaubt als der Freilandanbau.

Auch der Umstieg auf spezialisierte oder neuartige Produktionszweige wie Aquaponik, bei der Fischzucht und Pflanzenanbau in einem geschlossenen System kombiniert werden, folgt üblicherweise dieser Logik: Solche Verfahren benötigen oft weniger Fläche als klassischer Ackerbau, sind aber technisch und arbeitsintensiver in der Umsetzung. Gleichzeitig setzen viele Betriebe in stadtnahen Regionen zunehmend auf Diversifizierung. Direktvermarktung, Hofführungen oder pädagogische Angebote wie „Schule am Bauernhof“ schaffen zusätzliche Einnahmequellen, die von der reinen Erntemenge unabhängig sind. Auch soziale Dienstleistungen im Rahmen von Green Care, etwa im Bereich Betreuung oder Therapie auf landwirtschaftlichen Betrieben, gewinnen in diesem Zusammenhang an Bedeutung.

Wetterextreme als zusätzlicher Belastungsfaktor

Neben dem strukturellen Flächendruck stellen Wetterextreme wie Dürreperioden landwirtschaftliche Betriebe grundsätzlich vor zusätzliche Herausforderungen. Anhaltende Trockenheit wirkt sich unmittelbar auf Ertrag und Qualität vieler Freilandkulturen aus und erhöht häufig den Bedarf an Bewässerung, was wiederum zusätzliche Kosten verursacht. In Kombination mit begrenzten Flächen und angespannter Arbeitskräftesituation ergibt sich für viele Betriebe eine Lage, in der wirtschaftliche Planungssicherheit zunehm

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