Windkraftprojekt Alpe Rauz gescheitert – Vorarlbergs Vorzeige-Standort zu windschwach

Hinweis: Dieses Beitragsbild wurde mit künstlicher Intelligenz erstellt und dient der symbolischen Illustration. Es zeigt keine authentische Aufnahme des beschriebenen Ereignisses.

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Der Energieversorger illwerke vkw hat das Windkraftprojekt auf der Alpe Rauz beendet. Die Alpe Rauz galt bislang als aussichtsreichster Standort für ein Windkraftwerk in Vorarlberg. Als Grund für das Ende des Projekts wird angegeben, dass das Windpotenzial an dem Standort deutlich zu gering sei.

Aus für das Vorzeigeprojekt an der Alpe Rauz

Die Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie Vorarlberg (AEEV) hat die Windverhältnisse im Land zum Teil selbst gemessen. AEEV-Geschäftsführer Patrick Domig sagte auf Nachfrage des ORF dazu knapp: „Vorarlberg ist schwierig.“ Als mögliche Alternativstandorte für Windkraft nannte Domig den Pfänder und den Bregenzerwald, die seiner Einschätzung nach weiterhin infrage kommen.

Zu einem weiteren Projekt in Egg äußerte sich Domig zurückhaltend. Man müsse das Ergebnis abwarten, so Domig. Messungen im Umfeld von Egg hätten bislang unterdurchschnittliche Windwerte ergeben.

Gesetzlicher Ausbauzeitplan ohne Sanktionsdruck

Gesetzlich ist vorgesehen, dass bis zum Jahr 2030 ein bestimmter Anteil der Energie aus Windkraft stammen soll. Domig verwies darauf, dass die Errichtung einer Windkraftanlage rund zehn Jahre in Anspruch nehme. Zugleich sind für den Fall, dass der vorgesehene Windkraft-Anteil nicht erreicht wird, keine gesetzlichen Sanktionen vorgesehen.

Domig warnte, dass Vorarlberg unabhängig vom weiteren Verlauf der Windkraftprojekte weiterhin mit einer Winter-Stromlücke konfrontiert sein werde. Aus seiner Sicht müsse der entscheidende Impuls für den Ausbau der Windkraft im Land von der Landesregierung ausgehen.

Standortsuche für Windkraftanlagen in bergigem Gelände

Die Standortsuche für Windkraftanlagen hängt maßgeblich von den lokalen Windverhältnissen ab. Bevor ein Projekt konkret geplant wird, werden üblicherweise über einen längeren Zeitraum Windmessungen durchgeführt, um belastbare Daten über Windgeschwindigkeit und Windkonstanz an einem möglichen Standort zu erhalten. In alpinem und stark gegliedertem Gelände können lokale Effekte wie Täler, Kämme oder Föhneinfluss dazu führen, dass sich Windverhältnisse selbst innerhalb einer Region deutlich unterscheiden. Das erschwert die Suche nach wirtschaftlich sinnvollen Standorten zusätzlich.

Neben der reinen Windausbeute spielen bei der Planung von Windkraftprojekten grundsätzlich auch naturschutzrechtliche, raumplanerische und infrastrukturelle Fragen eine Rolle, etwa die Anbindung an das Stromnetz oder die Zugänglichkeit für den Bau. In Summe führen diese Faktoren dazu, dass von der ersten Standortidee bis zur tatsächlichen Inbetriebnahme einer Anlage üblicherweise mehrere Jahre vergehen, in denen Messungen, Genehmigungsverfahren und Bauarbeiten aufeinanderfolgen.

Die sogenannte Winter-Stromlücke beschreibt allgemein den Umstand, dass der Strombedarf in den Wintermonaten in vielen Regionen höher ist, während gleichzeitig die Erzeugung aus bestimmten erneuerbaren Quellen, etwa aus Wasserkraft oder Photovoltaik, saisonal geringer ausfällt. In solchen Fällen kann diese Lücke durch andere Energieträger oder durch Importe ausgeglichen werden. Windkraft gilt in der Energiepolitik häufig als eine Möglichkeit, die Stromerzeugung über das Jahr hinweg auszugleichen, da Windverhältnisse zu anderen Jahreszeiten stärker ausgeprägt sein können als etwa die Sonneneinstrahlung im Winter.