Nach einer Flutkatastrophe in Nepal hat die Umweltorganisation WWF einen Klimasicherheitsbericht für sämtliche Stauseen in Österreich gefordert. Im Fokus steht dabei die Nähe großer Speicherseen zu Permafrost-Gebieten. In Vorarlberg zählt der WWF nach eigenen Angaben fünf große Speicherseen, die in der Nähe solcher Zonen liegen: Spullersee Süd, Lünersee, Silvretta Stausee, Vermunt Stausee und Kops Stausee. Der Energiekonzern illwerke vkw, der die Anlagen betreibt, sieht die Situation differenzierter.
Einschätzung des Betreibers zu den Vorarlberger Speicherseen
Peter Sommer, Geologe bei der illwerke vkw, erklärte gegenüber dem ORF Vorarlberg, dass es sich nur um kleine Bereiche rund um die Stauseen handle, in denen Permafrost überhaupt vorkomme. Nach seinen Angaben werden die Seen intensiv beobachtet, unter anderem mithilfe von Satellitenaufnahmen und Laser-Scans. Sommer betonte, dass es im größten Interesse des Unternehmens liege, zu wissen, was an den Speicherhängen passiere und welche Prozesse dort ablaufen.
Laut illwerke vkw werden dabei auch sehr kleine Ereignisse an den Hängen verifiziert. Aufgrund der messtechnischen Überwachung rechnet das Unternehmen eher mit kleineren Felsstürzen von bis zu 100 Kubikmetern. Solche Massen stellten nach Angaben der illwerke vkw keine Probleme für die Speicherseen dar. Die Anlagen dienen den Angaben zufolge zur Regulierung der Wasserabflüsse.
Permafrost und die Stabilität von Gebirgshängen
Permafrost bezeichnet Boden- oder Gesteinsschichten, die dauerhaft gefroren sind. In alpinen Regionen kommt er vor allem in höheren Lagen vor, wo die Temperaturen ganzjährig niedrig genug bleiben. Gefrorenes Material kann in Felswänden eine stabilisierende Funktion haben, da Eis Risse und Klüfte im Gestein zusätzlich verfestigt. Steigen die Temperaturen über längere Zeiträume an, kann dieser Effekt nachlassen. Aus fachlicher Sicht gilt grundsätzlich, dass ein Auftauen von Permafrost die Stabilität von Felsformationen beeinträchtigen kann, was in manchen Fällen zu Steinschlag oder Felsstürzen führen kann.
In der Nähe von Stauseen wird ein solches Szenario besonders aufmerksam betrachtet, weil größere Gesteinsmassen, die in ein Gewässer stürzen, dort eine Welle auslösen könnten. Ob und in welchem Ausmaß derartige Ereignisse tatsächlich eintreten, hängt von zahlreichen Faktoren ab, etwa der Menge und Geschwindigkeit des abgehenden Materials, der Höhe des Falls sowie der Größe und Form des jeweiligen Sees. Aus diesem Grund ist die kontinuierliche Beobachtung von Hangbereichen oberhalb von Speicherseen in alpinen Regionen ein etablierter Bestandteil der Sicherheitsvorsorge.
Überwachung als fester Bestandteil des Speicherseebetriebs
Bei Stauanlagen in Gebirgslagen gehören geologische und geotechnische Überwachungssysteme grundsätzlich zum laufenden Betrieb. Dazu zählen neben Satellitendaten und Laserscanning häufig auch Messungen mit Sensoren direkt im Gelände, die Bewegungen im Untergrund oder an Felswänden erfassen können. Solche Systeme sollen es ermöglichen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und einordnen zu können, noch bevor sie sichtbare Auswirkungen zeigen.
Betreiber von Wasserkraftanlagen in alpinen Gebieten stehen dabei grundsätzlich vor der Aufgabe, natürliche geologische Prozesse von tatsächlich sicherheitsrelevanten Entwicklungen zu unterscheiden. Kleinere Felsstürze oder Steinschlagereignisse zählen in vielen Gebirgsregionen zu den natürlichen Vorgängen, die auch unabhängig von Permafrost auftreten können. Entscheidend für die Einschätzung eines Risikos ist üblicherweise weniger das einzelne Ereignis als die langfristige Beobachtung von Trends und Veränderungen im Gelände.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.







