Wörthersee im Konflikt: Ökologie versus Tourismus – Nachhaltige Lösungen im Fokus
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Ökologie und Tourismus am Wörthersee im Fokus einer Streitkultur-Diskussion

Unter dem Motto „Wörthersee: Paradies in Not?“ ist in einer Ausgabe der Radio Kärnten Streitkultur über die Zukunft des Sees diskutiert worden. Im Mittelpunkt standen ökologische Herausforderungen und die Frage, wie der Wörthersee gleichzeitig geschützt und touristisch genutzt werden kann.

Der Wörthersee wird dabei als „Karibik der Alpen“ und als Aushängeschild des Kärntner Tourismus beschrieben. Vertreter aus Politik, Tourismuswirtschaft und Umweltexperten nahmen an der Sendung teil, die von Bernd Radler moderiert wurde.

Warnsignale für den ökologischen Zustand

Umweltexperten beklagen, dass die Wasserqualität des Wörthersees unter intensiver Nutzung leidet. Barbara Kogelnik von der wasserwirtschaftlichen Planung des Landes Kärnten verwies darauf, man müsse zwischen sehr guter Badequalität und ökologischem Zustand unterscheiden.

Laut Kogelnik hat es am Wörthersee Veränderungen in der Artenzusammensetzung und in der Menge der Pflanzen gegeben. Diese Entwicklung bezeichnete sie als Warnsignal für ein Ökosystem, das nicht mehr ganz im Lot sei. Ein Schutz- und Nutzungskonzept des Landes Kärnten fordert klare Maßnahmen zur langfristigen Sicherung der Wasserqualität.

Der frühere Umweltreferent und ehemalige Grüne Landesrat Rolf Holub sagte, das Wasser des Wörthersees könne im schlimmsten Fall bei weiterer Eutrophierung einen Kipppunkt erreichen. Zugleich betonte er, an der Situation seien nicht nur Motorboote schuld, und verwies positiv auf frühere Seenberichte, in denen der Wörthersee zu seiner Zeit noch die Note „Einser“ erhalten habe. Man werde „aufpassen müssen wie die Haftlmacher“, so Holub.

Debatte um Motorbootabgabe

Ab Jänner 2027 ist eine Erhöhung der Motorbootabgabe geplant. Diese stößt in der Tourismuswirtschaft laut Darstellung auf Ablehnung. Der Veldener Tourismusmanager Hannes Markowitz sagte, man fürchte dadurch den Verlust zahlungskräftiger Gäste.

Diese Gästegruppe sei für Wertschöpfung und die Absicherung von Arbeitsplätzen eine wichtige Zielgruppe, betonte Markowitz. Er bezeichnete die Motorbootabgabe als politisches Signal und erklärte, das Signal sei, dass man nicht mehr willkommen sei.

Der stellvertretende Klubobmann der SPÖ, Luca Burgstaller, argumentierte hingegen für die Motorbootabgabe. Nach seinen Angaben sollen damit neue freie Seezugänge geschaffen werden. Zudem finanziere die Abgabe Schutzmaßnahmen am Wörthersee sowie Hochwasserschutzmaßnahmen. Hinter der Motorbootabgabe stünden konkrete Projekte, die den Kärntnerinnen und Kärntnern zugutekämen, sagte Burgstaller.

Vorschläge für Kontrollen und technische Lösungen

Die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer, Nika Basic, sprach sich gegen neue Abgaben und für strengere Kontrollen aus. Maßnahmen würden oft auch Personen treffen, die sich an die Regeln hielten, während Verstöße in der Uferschutzzone nicht geahndet würden, kritisierte sie.

Als technischen Ansatz schlug Basic den Einsatz von GPS-Systemen vor, die warnen, wenn Boote zu nahe in der Uferschutzzone fahren. Einen solchen Einsatz bezeichnete sie als gute Herangehensweise zur Lösung des Problems.

Tourismus zwischen Nutzung und Schutz

Der Wirtesprecher und Wörtherseegastronom Stefan Sternad betonte, Ziel müsse es sein, den Wörthersee zu nutzen und zugleich zu schützen. Der Tourismus brauche einen intakten See als Grundbasis des Einkommens, sagte er.

Sternad forderte eine Diskussion über den Einklang von Ökonomie und Ökologie am Wörthersee. Einzelmaßnahmen kritisierte er und plädierte dafür, Probleme im Kontext gemeinsam zu lösen und Gäste nicht zu vertreiben.

In der Streitkultur-Sendung wurde insgesamt gefordert, gemeinsame Lösungen im Rahmen eines Seendialogs zu erarbeiten, um die unterschiedlichen Interessen rund um den Wörthersee zu bündeln.

Hinweis zur Faktenprüfung

Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.