Studie: Wohnbauförderung in Vorarlberg erreicht Mittelschicht nur noch eingeschränkt
Die Wohnbauförderung in Vorarlberg wurde mit dem Ziel eingeführt, möglichst vielen Menschen den Zugang zu leistbarem Wohnraum zu ermöglichen. Eine aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) kommt nun zu dem Ergebnis, dass dieses Ziel nur noch eingeschränkt erreicht wird.
Die Arbeiterkammer (AK) verweist auf die Ergebnisse der Untersuchung und fordert eine Neuausrichtung der Fördermittel. Aus ihrer Sicht hat sich die Förderpraxis von der ursprünglichen Zielgruppe entfernt.
Verschiebung der Förderung und Rückgang bei Eigentumsdarlehen
Studienautor Michael Klien stellt fest, dass die Wohnbauförderung ihre Funktion als breitenwirksames Instrument für die Mittelschicht weitgehend verloren hat. Laut Studie konzentrieren sich die Mittel zunehmend auf untere und obere Einkommensgruppen.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung im Bereich des geförderten Wohneigentums. Die Zahl der Haushalte mit Förderdarlehen ist dort in Vorarlberg seit 2011 von rund 30.500 auf etwa 12.000 zurückgegangen. Zugleich gehen rund 46 Prozent des Darlehensvolumens der Wohnbauförderung an das oberste Einkommensdrittel.
In der Studie wird zudem festgehalten, dass es für breite Bevölkerungsschichten schwieriger geworden ist, leistbaren Wohnraum zu finden.
Strukturelle Probleme am Mietmarkt
Auch im Mietbereich sieht die WIFO-Studie strukturelle Probleme. Der Anteil gemeinnütziger Wohnungen liegt in Vorarlberg bei rund 13 Prozent und damit deutlich unter dem Österreichschnitt von 24 Prozent.
Nach Einschätzung der Arbeiterkammer fehlt dadurch ein wichtiger dämpfender Effekt auf die Mietpreise. Viele Haushalte in Vorarlberg sind auf Wohnbeihilfe angewiesen. Diese beträgt im Durchschnitt 4,40 Euro pro Quadratmeter und liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Die Studie beschreibt ein Dilemma: Wohnbeihilfe sei für viele Haushalte notwendig, könne aber gleichzeitig preistreibend wirken.
Kritik und Forderungen der Arbeiterkammer
Aus Sicht der Arbeiterkammer hat die Eigentumsförderung in Vorarlberg ihre ursprüngliche Zielgruppe weitgehend verloren. Die AK kritisiert, dass durch die Wohnbeihilfe hohe Mieten am privaten Markt indirekt gestützt würden und dass statt stärkerer Investitionen in den Bau gemeinnütziger Wohnungen hohe Privatmieten gefördert würden.
AK-Präsident Bernhard Heinzle bezeichnet die Wohnbeihilfe in einer Aussendung als für viele Haushalte überlebenswichtig, zugleich aber als teures Symptompflaster. Er weist darauf hin, dass damit indirekt hohe Privatmieten subventioniert würden und spricht sich dafür aus, mehr Geld in den Bau dauerhaft leistbarer, gemeinnütziger Wohnungen zu investieren.
Die Arbeiterkammer fordert insgesamt, die Wohnbauförderung stärker auf den gemeinnützigen Wohnbau auszurichten. Ziel sei es, dauerhaft leistbaren Wohnraum zu schaffen.
Ausgestaltung der Wohnbauförderung und Kürzungen
Die Wohnbauförderung des Landes Vorarlberg unterstützt den Neubau und die Sanierung von Wohnraum durch zinsgünstige Darlehen. Sie wird nach sozialen und ökologischen Kriterien vergeben und ergänzt reguläre Bankkredite.
Seit Juli 2025 wurde die Wohnbauförderung in Vorarlberg deutlich gekürzt. Eine genauere Aufschlüsselung der Auswirkungen dieser Kürzungen auf Fördervolumen oder Zahl der geförderten Haushalte liegt in den vorliegenden Angaben nicht vor.
Hinweis zur Faktenprüfung
Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.








