Zeitenwende im Theater Josefstadt: Marie Rötzer entfaltet ihren visionären Spielplan
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Neustart in der Josefstadt: Marie Rötzer präsentiert ersten Spielplan

Im Theater in der Josefstadt ist die Ära von Herbert Föttinger zu Ende gegangen. Der Langzeit-Direktor hat sich offiziell von seiner Funktion verabschiedet.

Nachfolgerin an der Spitze des Hauses ist Marie Rötzer. Sie gab mit der Präsentation des Spielplans ihren Einstand als neue Direktorin.

Neue Direktion und Ensemblestruktur

Zur Spielplanpräsentation nahmen zu Beginn Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) und Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) teil. Babler bezeichnete den Spielplan als „vielversprechend und klug zusammengestellt“ und wies darauf hin, dass mit Marie Rötzer erstmals in der Geschichte des Hauses eine Frau dauerhaft die Direktion übernimmt. Kaup-Hasler erklärte, sie werde in schwierigen Zeiten für das Theater da sein und es gut begleiten.

Für ihre erste Saison plant Rötzer acht Premieren im Haupthaus und sechs Premieren in den Kammerspielen. Das Ensemble wurde von 46 auf 36 Personen verkleinert, 27 Darstellerinnen und Darsteller des bisherigen Schauspielteams wurden übernommen. Rötzer bezeichnete die neue Ensemblegröße als flexibel und passend und betonte, es gebe am Theater nicht so viele Hauptrollen und das Ensemble lebe.

Bei neuen Engagements sei besonders darauf geachtet worden, mehr Frauen zu engagieren. Neu im Ensemble sind unter anderem Lili Winderlich, Olivia Grigolli, Johanna Martini und Lukas Holzhausen. Rötzer kündigte zudem an, dass es viele Gäste geben werde.

Premieren und künstlerisches Profil

Am 3. September steht im Haupthaus Arthur Schnitzlers „Komödie der Verführung“ auf dem Programm. Die ungarische Regisseurin Ildikó Gáspár inszeniert den Abend und will ihn unter anderem mit Musik aus der „Csardasfürstin“ zu einem musikalischen Erlebnis machen.

In den Kammerspielen wird am 5. September mit einem Stück von Peter Turrini eröffnet. „Der tollste Tag“ wird dort von Anna Stiepani inszeniert. Am 12. September ist ein Theaterfest an beiden Häusern geplant.

Zu den angekündigten Produktionen gehört Johann Nestroys „Das Mädl aus der Vorstadt“ in einer Inszenierung von Dominique Schnizer, in der der Musiker Der Nino aus Wien als Musiker und Schauspieler mitwirken soll. Verena Altenberger übernimmt in der österreichischen Erstaufführung „Inter alia“ von Suzie Miller die Hauptrolle.

In den Kammerspielen sind darüber hinaus mehrere Stücke vorgesehen: „Letzte Runde. Bernstein und Karajan im Hotel Sacher“ von Peter Danish mit Günter Franzmeier und Michael Dangl in den Hauptrollen, ein Auftragswerk von Teresa Präauer mit dem Titel „Guten Abend, Herr Morgan!“, der dramatisierte Episodenroman „Glücklich die Glücklichen“ von Yasmina Reza sowie „Carmen darf nicht platzen“ als weibliche Version von „Othello darf nicht platzen“.

Programmatik und internationale Ausrichtung

Rötzer charakterisierte ihr Programm als eines, das viel Neues bietet und zugleich Kontinuitäten hält. Sie will die Josefstadt als „DAS relevante Literaturtheater Wiens“ positionieren und betonte, neben österreichischer Literatur solle auch Zeitgenössisches im Vordergrund stehen. Zugleich bekannte sie sich dazu, das Haus weiterhin als Ensembletheater zu führen.

Mit neuen Regiekräften wie Jossi Wieler, Stefan Pucher und Daniela Löffner sollen neue Ästhetiken ins Theater kommen, die Rötzer als sinnlich, spielerisch und bildstark beschrieb. Die Josefstadt solle ein Theater für alle sein, für ganz Wien und für ganz Österreich. Das Haus wolle sich zudem nicht nur lokal, sondern auch international vernetzen und verstärkt mit Regisseurinnen und Regisseuren aus dem internationalen Raum zusammenarbeiten. Rötzer sagte, das Theater begreife sich als Kulturbotschafter und äußerte den Satz: „Theater hilft auch gegen das Altern!“.

Für die Kammerspiele kündigte sie an, dort „lustvoll, sinnlich, aber mit Haltung“ Broadway-ähnlich zu agieren.

Finanzielle Rahmenbedingungen

Neuer kaufmännischer Direktor des Theaters in der Josefstadt ist Stefan Mehrens. Er erklärte, man habe gute Rahmenbedingungen vorgefunden, um die erste Spielzeit zu planen, und verwies darauf, dass abzuwarten sei, was die Zukunft bringe.

Im Jahr 2026 erhält das Theater in der Josefstadt 12,7 Millionen Euro von der Stadt Wien und 10,7 Millionen Euro vom Bund.

Hinweis zur Faktenprüfung

Diese Informationen wurden mit KI-Unterstützung auf Basis der vorliegenden Daten gegengeprüft und sprachlich aufbereitet. Die Angaben beziehen sich auf den zum Erstellungszeitpunkt verfügbaren Informationsstand.