Zentralmatura startet: Schummeln und Schulbewertung sorgen für Diskussion
Ab einem Dienstag beginnt österreichweit die Zentralmatura. In der Steiermark sind heuer 5.310 Schülerinnen und Schüler davon betroffen.
Obwohl die Prüfungen zentral organisiert sind, müssen die Schulen zahlreiche kleinere organisatorische Aufgaben weiterhin selbst regeln. Lehrkräfte üben dabei Kritik an technisch aufgerüsteten Schummelmethoden und an Plänen zur Bewertung von Schulen im Zusammenhang mit der Zentralmatura.
Sorge vor technisch aufgerüstetem Schummeln
Markus Kerschbaumer, Vorsitzender der AHS-Lehrergewerkschaft in der Steiermark und Direktor des BORG Monsbergergasse in Graz, bezeichnet Schummeln bei Prüfungen aus Sicht der Lehrerschaft als großes Problem. Nach seiner Einschätzung ist das Schummeln mittlerweile außer Kontrolle geraten.
Kerschbaumer beschreibt einen Wettlauf, bei dem Schulen laufend beobachten müssten, welche neuen Schummelmethoden aktuell versucht werden. Um darauf reagieren zu können, müssten die Schulen auch technisch mithalten. Als Beispiele für Schummelmethoden werden Bluetooth-Ohrstöpsel genannt, über die eingesagt wird, Smartwatches, die am Knöchel versteckt werden, Videokameras in Schreibstiften sowie unauffindbare Schummelprogramme auf Laptops.
Kerschbaumer kritisiert, dass Schulen mit der Bekämpfung solcher Methoden aus seiner Sicht nicht mehr alleine zurechtkommen. Manche Schulen seien technisch und vom Know-how her besser gerüstet als andere.
Debatte um geplante Schulbewertung ab 2027
Bildungsminister Christoph Wiederkehr, der der Partei NEOS angehört, verfolgt die Idee, die Ergebnisse der Zentralmatura ab 2027 in eine geplante Bewertung der Schulen einfließen zu lassen. Laut Bildungsministerium soll dieser Vergleich fair sein und kein Ranking ermöglichen.
Kerschbaumer bezeichnet diese Einbeziehung der Zentralmatura-Ergebnisse als gar nicht gut und höchst problematisch. Er stellt die Frage, wer garantieren könne, dass alle Schulen bei der Zentralmatura wirklich korrekt arbeiten. Er betont, er wolle niemandem etwas unterstellen, sehe aber eine große Versuchung im Zusammenhang mit Schulvergleichen.
Zudem kritisiert Kerschbaumer, die Zentralmatura sei seiner Ansicht nach gar nicht wirklich standardisiert.
Vorschläge zur Englischmatura
Darüber hinaus macht Kerschbaumer einen Verbesserungsvorschlag zur Qualität der Matura im Fach Englisch. Seiner Meinung nach könnte man dort das Niveau der Prüfung durchaus anheben.
Für viele Schülerinnen und Schüler sei die Englischmatura mittlerweile zu leicht, begründet er. Er führt dies auf ein massiv gestiegenes Sprachniveau durch Internet und Social Media zurück. Kerschbaumer sieht in einer Anhebung des Niveaus die Möglichkeit, Maturantinnen und Maturanten den Besuch internationaler Universitäten ohne zusätzliche Prüfungen zu erleichtern.








