Zukunft des ORF und regionale Medien im Fokus beim Europäischen Mediengipfel in Seefeld
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Mediengipfel in Seefeld: Diskussionen über ORF-Spitze und regionale Medien

Beim Europäischen Mediengipfel in Seefeld sind am Donnerstag mögliche Bewerbungen für die ORF-Generaldirektion sowie die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und des regionalen Journalismus diskutiert worden. Konkrete Kandidaturen wurden bei der Veranstaltung nicht bekanntgegeben.

Im Mittelpunkt standen neben personalpolitischen Überlegungen beim ORF auch Fragen nach neuen Kooperationsmodellen zwischen Medienunternehmen und nach der Ausrichtung der Medienpolitik.

Mögliche Bewerbungen für ORF-Generaldirektion

Beim Treffen in Seefeld wurde im Vorfeld darüber spekuliert, ob Bewerbungen für die ORF-Generaldirektion öffentlich gemacht werden. Keiner der Teilnehmenden gab beim Termin eine solche Bewerbung bekannt.

Medienmanager Markus Breitenecker, ehemaliger Chef der Privatsendergruppe ProSiebenSat.1Puls4, erklärte, er schließe eine Bewerbung für die ORF-Generaldirektion nicht mehr aus und denke intensiv darüber nach. Die aktuelle ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher sagte, sie habe bereits entschieden, ob sie sich bewerben wird, legte ihre Entscheidung jedoch nicht offen.

Impulse zur Zukunft des ORF

APA-CEO Clemens Pig, dessen Alter mit 51 Jahren angegeben wurde, eröffnete die Veranstaltung mit einem Impulsvortrag. Darin legte er seine Vorstellungen über den öffentlich-rechtlichen Rundfunk dar und formulierte seine Gedanken zur Zukunft des ORF.

Beim Mediengipfel wurde berichtet, dass ÖVP- und SPÖ-nahe ORF-Stiftungsräte die Mehrheit im obersten ORF-Gremium stellen.

Forderungen nach stärkerem Fokus auf regionale Medien

Tirols Landeshauptmann Anton Mattle, derzeit Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz und Mitglied der ÖVP, verwies auf die Bedeutung des regionalen Journalismus. Er kündigte an, bei der Landeshauptleutekonferenz am 19. Juni einen Antrag zur Stärkung des regionalen Journalismus einbringen zu wollen.

In diesem Antrag sollen die Bundesregierung und insbesondere Medienminister und Vizekanzler Andreas Babler, der der SPÖ angehört, aufgefordert werden, rasch Maßnahmen zur Stärkung regionaler Medienangebote zu setzen.

Kooperationsmodelle und Medienförderung

An einer Podiumsdiskussion nahmen Ingrid Thurnher, Markus Breitenecker, VÖZ-Präsident Maximilian Dasch und VÖP-Präsident Christian Stögmüller teil. Thema der Runde waren künftige Kooperationen zwischen Medienakteuren.

Thurnher sprach sich dabei für neue Kooperationsmodelle zwischen Privatsendern und dem ORF aus und nannte insbesondere den KI-Bereich als mögliches Feld der Zusammenarbeit. Breitenecker sah viel Spielraum für strukturelle Zusammenarbeit. Stögmüller, Präsident des Verbands Österreichischer Privatsender (VÖP), und Dasch, Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ), forderten von der Politik rasche Entscheidungen zu angekündigten Neuerungen bei der Medienförderung. Stögmüller sagte, man schaue besorgt auf Tempo und Strategie im Medienministerium.

Rolle regionaler Medien in weiterer Diskussion beleuchtet

In einer weiteren Podiumsrunde diskutierten Silvia Lieb, Vorstandsvorsitzende der Moser Holding, ORF-Tirol-Landesdirektorin Esther Mitterstieler, Xenia Daum, Geschäftsführerin der Kleinen Zeitung, Friedrich Dungl, Geschäftsführer des Verbands der Regionalmedien Österreich, und Corinna Milborn, die für die ProSiebenSat.1 PULS 4 GmbH tätig ist.

Diese Runde befasste sich mit der Position regionaler Medien im österreichischen Mediensystem und deren Rahmenbedingungen.