Gerhard Haderer wird 75: Ausstellungen in Linz und Krems geplant
Der Linzer Zeichner und Karikaturist Gerhard Haderer feiert am 29. Mai seinen 75. Geburtstag. Aus diesem Anlass wird sein Werk in zwei Ausstellungen im Schlossmuseum Linz und im Karikaturmuseum Krems präsentiert.
Die Schau im Schlossmuseum Linz startet am 28. Mai, die Ausstellung im Karikaturmuseum Krems ist ab 18. Juli zu sehen. Haderer betrachtet die Präsentationen als Querschnitt seiner künstlerischen Entwicklung.
Gerhard Haderer zeichnet seit 1984 Karikaturen, die Politik und Gesellschaft abbilden. Arbeiten von ihm wurden unter anderem in den Medien „profil“, „Spiegel“ und „Stern“ veröffentlicht. Außerdem gestaltet er monatlich das Heft MOFF, das er als sein „Herzblatt“ bezeichnet.
Die Kuratoren der Ausstellungen haben Haderer zufolge dazu beigetragen, dass er überzeugt ist, dort hingen sehr gute Blätter. Zeichnen beschreibt er als eine Art innere Therapie, bei der sich aus einem Gedanken schnell etwas machen lasse und die dabei helfe, sich zu organisieren und zu disziplinieren. Zugleich strebt er nach eigener Aussage eine Schlichtheit an, wie er sie aus seiner Kindheit kennt.
Zur eigenen Arbeitsweise sagte Haderer in einem Interview, er zeichne gern und bewege sich langsam auf seine zeichnerische Höchstform zu. Viele Maler würden aus seiner Sicht die Bedeutung von Reduktion im bildenden Bereich betonen. Er selbst betonte, er könne begabten jungen Leuten seinen eigenen Weg nur erzählen, aber nicht empfehlen.
Für die Themenfindung beobachtet Haderer nach eigenen Angaben Politik und gesellschaftliches Verhalten. Was auf der Hand liege, kommentiere er, wenn es in seinem Kopf sei. Er schilderte, dass er beobachte, wie sich Menschen verhalten, und dabei den Wunsch verspüre, dass sie sich anders verhalten mögen. Sich einzumischen bedeute für ihn manchmal auch zu provozieren.
Mit Blick auf die politische Lage äußerte Haderer eine negative Bewertung der aktuellen Weltlage, auch mit Bezug auf Österreich. Die Landtagswahl 2027 bezeichnete er als kleinen Vorboten grundsätzlicher Entscheidungen im Land. Er sagte, er hoffe, dass es keinen weiteren Rechtsruck geben werde, und erklärte, aus einem bestimmten politischen Eck kämen seiner Ansicht nach keine wirklich konstruktiven Vorschläge. Am Verhalten der jetzigen österreichischen Regierung lasse sich aus seiner Sicht erkennen, wie schwierig es sei, mit den gegebenen Verhältnissen umzugehen.
Haderer berichtete, dass es Zeichnungen gegeben habe, von denen er dachte, man könne sie dem Publikum nicht zumuten. Ein bestimmtes Blatt werde demnächst in der Ausstellung im Schlossmuseum Linz zu sehen sein. Er sagte, er habe es unmittelbar gezeichnet, als russische Militärs in die Ukraine einmarschiert sind. Darauf habe er Wladimir Putin, Donald Trump und Adolf Hitler gleichgesetzt; diese Gleichsetzung sei für ihn in seiner ersten Betroffenheit völlig schlüssig gewesen.
Veröffentlicht wurde diese Arbeit nach seinen Angaben nicht, da sie ihm nicht logisch genug erschienen sei. Er habe die drei Figuren als Kröten dargestellt, und am Ende hätten ihm diese Kröten leidgetan. Die fertige Arbeit habe er daher zurückgezogen.








