Künstliche Intelligenz zwischen Deepfakes, Risiken und neuen Chancen
In Linz ist beim Symposium „AI-Next“ diskutiert worden, wozu Künstliche Intelligenz (KI) bereits eingesetzt wird, welche Risiken damit verbunden sind und welche Entwicklungen als Chance für Wirtschaft und Gesellschaft gesehen werden.
Im Mittelpunkt standen sowohl alltagsnahe Anwendungen als auch sicherheitsrelevante Aspekte und grundsätzliche Fragen zum künftigen Umgang mit der Technologie.
Anwendungen im Alltag und missbräuchliche Nutzung
Bei der Veranstaltung wurde beschrieben, dass KI etwa beim Buchen von Urlaub und beim Optimieren von Fotos eingesetzt wird. Gleichzeitig kamen Beispiele zur Sprache, bei denen KI für täuschend echte Fake-Anrufe genutzt wird oder versucht, in Computernetzwerke von Firmen zu gelangen.
Im Rahmen einer Präsentation wurde ein Vortragender live als Schauspieler Tom Cruise auf dem Bildschirm dargestellt. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass Cyberkriminelle durch KI schneller agieren können und sich KI-Tools in kurzer Zeit einen „Schlüssel“ zu Computernetzwerken bauen können.
Demnach sind KI-gestützte Fälschungen aus aller Welt, in praktisch jeder Sprache und individuell zugeschnitten einsetzbar. Die damit verbundenen Gefahren betreffen laut Darstellung viele Lebensbereiche und Branchen.
Deepfakes und Schutz vor Angriffen
Roland Pucher, Leiter des Cybersecurity Innovation Lab bei PwC Österreich, erklärte, die Situation sei erreicht, in der Deepfakes und KI-generierte Medien schwer zu erkennen sind. Er hob die Bedeutung von Bewusstsein und Wissen über Angriffsszenarien für betroffene Personen hervor.
Pucher empfiehlt, auf Hausverstand und Bauchgefühl zu achten und in verdächtigen Telefonaten auch Nein sagen zu können. Dies soll helfen, in Situationen mit möglichen Deepfakes und manipulierten Inhalten vorsichtiger zu agieren.
Transparenz, Wertschöpfung und medizinische Anwendungen
Beim Symposium wurden neben Risiken auch Chancen von KI diskutiert. Doris Lippert, Vertreterin des Verbands Österreichischer Software Innovationen, verwies auf Potenziale für starke Entwicklungsleistungen und Produkte im KI-Bereich. Sie stellte fest, dass sich der Diskurs in Richtung mehr Transparenz verändert habe.
In ihrem Statement wurden Fragen nach dem Ort der Daten, der Herkunft und den beteiligten Personen angesprochen. Lippert rief dazu auf, zu handeln und nicht nur zu reden.
Rene Riedl, Professor für Digital Business und Innovation an der FH OÖ, nannte Produktivitätssteigerungen in der Wirtschaft als einen wichtigen Bereich, in dem KI zum gesellschaftlichen Fortschritt beitragen könne. Als zweiten Bereich führte er medizinische Anwendungen an, bei denen es um die Verbesserung von Diagnose- und Therapiequalität für Patientinnen und Patienten geht.
Philosophische Perspektive und gesellschaftliche Debatte
Der Philosoph Konrad Paul Liessmann brachte eine Reflexion über das Verhältnis von Herr und Knecht in Zusammenhang mit KI ein. Er beschrieb, dass der Knecht sich mit der Welt beschäftigen, sie bearbeiten, nachdenken und Befehle ausführen müsse und sich Wissen aneignen müsse, um die Wünsche seines Herrn erfüllen zu können.
Der Herr benötige diese Tätigkeiten nicht mehr und erkenne am Ende, dass er vollständig von seinem Knecht abhängig ist. Vor diesem Hintergrund wurde die Frage gestellt, was es mit Menschen macht, wenn sie wesentliche Kulturtechniken verlernen und sich zunehmend auf KI verlassen.
Abschließend wurde festgehalten, dass Diskussionen über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz die Gesellschaft weiter begleiten werden und dass sich jede Person mit neuen Technologien wie KI auseinandersetzen muss.








